Solawi Hackney London
Solidarische Landwirtschaft

Foto: Hackney Patchwork Farm /Growing Communities/ GB

Bei der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) – oder Community supported Agriculture (CSA) – handelt es sich um einen Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Betrieben oder Projekten mit einer Gruppe privater Haushalte. Dementsprechend bilden Erzeuger*innen gemeinsam mit Verbraucher*innen eine Wirtschaftsgemeinschaft, welche auf Solidarität und den Bedürfnissen der Menschen beruht. Die privaten Haushalte verpflichten sich, einen festgesetzten, meist monatlichen Beitrag an den Landwirtschaftsbetrieb zu zahlen und garantieren damit sowohl die Vorfinanzierung der Ernte, als auch deren Abnahme. Damit wird den Erzeuger*innen ermöglicht unabhängig von Marktzwängen bedürfnisorientiert zu wirtschaften. Die Erzeuger*innen verpflichten sich, einen festgesetzten Anteil der gesamten Ernte an jedes Mitglied abzugeben. Der persönliche Bezug zwischen Produzen*innen und Verbraucher*innen macht die gegenseitige Verantwortung bewusst. Die Verbraucher*innen erfahren somit, wie ihre Ernährungsentscheidung die Kulturlandschaft gestaltet, das soziales Miteinander fördert und Naturschutz und Artenvielfalt ermöglicht. 

Die Größe für Solidarische Landwirtschaftsprojekte ist nicht festgeschrieben, dennoch handelt es sich meist um größere Felder, die einen kontinuierlichen Ertrag zu ermöglichen in der Lage sind.  Ein Wasseranschluss muss gegeben sein, um die Pflanzen bestmöglichst versorgen zu können und deren Verkaufstauglichkeit zu garantieren. 

Eine SoLaWi unterstützt die ökologische Nahrungsmittelproduktion und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im landwirtschaftlichen Kontext. Dabei werden der Zustand der Böden, der Einsatz umweltfreundlicher Düngemittel und die natürliche Entwicklung beim Anbau und der Produktion von Gemüse, Obst und Kräutern berücksichtigt. Ausschlaggebend für eine gesunde Ernte ist ein gesunder Boden. Je nach Wirtschaftsweise des Betriebs wird der Boden entsprechend bearbeitet, basierend auf Prinzipien der Permakultur, der bio- dynamischen oder der organisch-biologischen Anbauweise. Bezüglich des Anbaus liegt der Schwerpunkt auf regionalen und alten Kultursorten um die Sortenvielfalt zu fördern. Biodiversität gilt als weiterer zentraler Bestandteil der SoLaWi.

Foto: GeLa Ochsenherz/ Österreich
Foto: GeLa Ochsenherz / Österreich

Im Mittelpunkt einer SoLaWi steht die Beziehung zwischen Produzent*innen und Verbraucher*innen. Abseits von Supermärkten wird die Möglichkeit geboten eine persönliche Beziehung zu Erzeuger*innen aufzubauen und somit ein selbst- organisierter und -finanzierter, durchschaubarer Wirtschaftskreislauf geschaffen. Dabei stehen gemeinsamer Erfolg sowie gemeinsames Risiko dicht beieinander, da beide Parteien sowohl die Verantwortung für die Kosten, als auch das Risiko für die Ernte übernehmen. 

Im Rahmen einer Mitgliedschaft kann man sich als Verbraucher*in an Solidarischen Landwirtschaftsprojekten beteiligen und sowohl von der Ernte profitieren, als auch ein vom Markt unabhängiges Landwirtschaften unterstützen. Außerdem besteht meistens die Möglichkeit sich als freiwillige*r Helfer*in bei der Feldarbeit zu engagieren. Kern der Organisationsform ist, daß die Strukturen im gemeinsamen Prozess erarbeitet und erprobt werden. Ob Verein, Genossenschaft, Personen- oder Kapitalgesellschaft oder loser Zusammenschluss, wird von Betrieb und/oder Mitgliedern entschieden.

SoLaWi funktioniert ohne Zwischenhandel, das Geld bleibt somit bei den Erzeuger*innen. Entscheidend dabei ist, dass sämtliche mit der Produktion einhergehende Kosten durch die Mitgliedsbeiträge gedeckt werden können. Darunter fallen auch die Kosten für die Angestellten sowie das Einkommen der Landwirt*innen aber auch Ernteausfälle.

Die Alltagsorganisation eines SoLaWi Betriebs und das stark saisonale Angebot gelten als größte Herausforderung für viele Betriebe. Potentielle Nachteile einer CSA können folgende sein: Zubereitungszeiten, Preisunterschiede zu konventionellen Produkten, beschränkte Öffnungs- und Lieferzeiten.