Phase 2 – Konzeption

Was braucht es um unsere Ziele zu verwirklichen?
Welche Ergebnisse wollen wir erreichen und welche Aktivitäten und Mittel sind dafür erforderlich? Ziel der Konzeptionsphase ist es, Antworten auf diese Frage so zu strukturieren, dass das Projekt möglichst einfach umgesetzt und gesteuert werden kann. Dazu werden Ziele, erwartete Ergebnisse, voraussichtliche Kosten und nötige Ressourcen übersichtlich dargestellt, Tätigkeiten strukturiert und Verantwortliche gefunden. Mit einem Ablaufplan werden einzelne Schritte und notwendige Meilensteine zeitlich geordnet. Auch Risiken und Strategien zu deren Bewältigung sollten beleuchtet werden. Mit einem Umsetzungsversuch (Prototyp), in dem Kernelemente des Gesamtprojektes mit geringen Mitteln und Risiken erprobt werden, kann die Machbarkeit geprüft und ggf. Anpassungen in der Strategie vorgenommen werden.

Was soll wo und wie umgesetzt werden? 
Essbare Begrünungen sind sehr vielseitig und brauchen einen konkreten Ort, um wachsen zu können – vom einfachen Trog am eigenen Balkon über Baumscheiben im öffentlichen Raum bis zu komplexeren Projekten wie Stadtbauernhöfen. Größere Projekte mit mehr Platzbedarf lassen sich vielleicht in Parks oder auf einer benachbarten Ackerfläche umsetzen. Auch auf Dächern oder an Fassaden kann essbare Begrünung entstehen. Folgende Fragen können beim Orientieren helfen: Welche Ressourcen, Erfahrungen und Orte stehen zur Verfügung? Wieviele Personen und welches Wissen werden benötigt? Welche Rahmenbedingungen gibt es auf den jeweiligen Flächen? Wie sehen die Pläne der Gemeinde für das Gebiet aus? Hier sind 11 Bausteine mit je mehreren Beispielen zur Ansicht:

Finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen
Projekte brauchen Finanzierungen. Dafür braucht es neben einem gesunden Umgang mit Geld und Selbstwert ein klares Verständnis davon, welche Kosten und welcher Nutzen durch das Projekt entstehen (können) und welche Personengruppen davon profitieren. Auch rechtliche Rahmenbedingungen und Regulierungen müssen bei der Planung berücksichtigt und entsprechende Verantwortliche involviert werden. Instrumente wie ein Business Model- oder Projekt-Canvas (siehe Methoden für Projektdesign) helfen, zentrale Aspekte wie Stakeholder, Kommunikationskanäle, Einnahmequellen und Ressourcenbedarf übersichtlich darzustellen und stellen so eine hilfreiche Kommunikationsbasis dar. Mit niederschwelligen Mitteln wie einer Kurzdarstellung, Landingpage oder einem Flyer können die wichtigsten Infos so aufbereitet werden, dass Geld-Gebende und Entscheidungsträger*innen gut angesprochen und für das Projekt gewonnen werden können.

Methoden und Werkzeuge für die Konzeptionsphase 
Methoden der Konzeptionsphase lassen sich entsprechend den Kernaktivitäten grob in vier Bereiche unterscheiden: (1) Um ein Projekt und seinen Ablauf zu strukturieren, helfen Instrumente aus dem Projektdesign und -management sowie Methoden für Selbstorganisation, Moderation und Teamkultur. (2) Für die Auswahl und Planung eines geeigneten Ortes und um die inhaltlichen Aspekte des Projekts besser zu erschließen, sind Planungs- und Erhebungstools aus der Landschafts- und Städteplanung und ähnlichen Bereichen nützlich. (3) Um Interessierte zu erreichen, sind Methoden für Öffentlichkeitsarbeit und PR schon in dieser Phase relevant, haben aber auch in den anderen Phasen eine wichtige Funktion. (4) Die erfolgreiche Anwendung von Finanzierungsmethoden gewährleistet, dass Projektideen letztlich auch Realität werden.

Leitfragen zur Strategiefindung
Folgende Leitfragen helfen und in der Konzeptionssphase auf Kurs zu bleiben:

  • Was genau wollen wir erreichen und für welche Umsetzungsvariante entscheiden wir uns?
  • Welche Schritte und Aktivitäten sind zum Erreichen der Ziele nötig? 
  • Welche Mittel (zeitlich, räumlich, finanziell, materiell) und Fähigkeiten haben wir und welche brauchen wir noch?
  • Wie können wir einen ersten Schritt umsetzen, um risikoarme Praxiserfahrungen zu sammeln (Prototyping)?
  • Was schließen wir aus unseren bisherigen Erfahrungen? Braucht es Anpassungen der Strategie?

Checkliste Phase 2

  • Ziele sind definiert
  • Planung ist ausgearbeitet. Ressourcenbedarf, rechtliche Rahmenbedingen und Finanzierung sind geklärt
  • Erste Schritte sind definiert und ein Prototyping implementiert. 
  • Der Prototyp ist evaluiert und die Strategie entsprechend angepasst.
Bild: Rita Mayrhofer

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